Wirecard – Aufstieg und Fall eines Börsenstars

Wirecard, einst als FinTec-Aufsteiger gefeierter Börsenliebling, stürzte so schnell und radikal ab, dass viele sich fragten, wie das passieren konnte. Wirecard kannte viele Jahre nur den Weg nach oben und die Visionen des Konzernlenkers Braun wurden immer wieder von dem enormen Wachstum gestützt.

Hier erfahren Sie die aktuellen News der Wirecard-Insolvenz von Fachanwälten der Siegburger Kanzlei GÖDDECKE RECHTSANWÄLTE | E-Mail: info@rechtinfo.de - Telefon: 02241 1733 0

Wirecard, einst als FinTec-Aufsteiger gefeierter Börsenliebling, stürzte so schnell und radikal ab, dass viele sich fragten, wie das passieren konnte. Wirecard kannte viele Jahre nur den Weg nach oben und die Visionen des Konzernlenkers Braun wurden immer wieder von dem enormen Wachstum gestützt.

Zum Geschäft des Unternehmens. Was war die Geschäftsidee, die so schnell zum Erfolg führte und dem Unternehmen einen Platz in dem wichtigsten deutschen Börsenindex DAX bescherte? Einfach und zusammenfassend gesagt, kümmerte sich das Unternehmen um die technische Abwicklung von Zahlungsvorgängen, sodass beispielsweise Händler nicht mehr mit einzelnen Anbietern (Paypal usw.) Verträge abschließen mussten. Wirecard bündelte diese Vorgänge in einem weltweiten System. Nicht zuletzt zählten – um nur zwei zu nennen – die Fluggesellschaft KLM und der Kreditkartenanbieter VISA zu den Kunden von Wirecard.

Diese einmalige Wachstumsgeschichte bekam erste Kratzer, als Journalisten der „Financial Times“ dem Unternehmen unter anderem Geldwäsche und frisierte Bilanzen vorwarfen. Wirecard hingegen ging in die Offensive und warf den Journalisten ihrerseits Marktmanipulation vor und fand mit dieser Version sogar Fürsprecher bei der deutschen Bankenaufsicht BaFin.

Erst als Wirtschaftsprüfer dem Unternehmen ein vernichtendes Gutachten erstellen und Testate verweigern, kommt die Kugel auf dem Weg nach unten ins Rollen.

 

Die folgende Chronik beleuchtet den Werdegang von Wirecard von 1999 bis Juni 2020.

1999

Gründung der Wirecard AG mit Sitz in Aschheim bei München

2008

Die Schutzgemeinschaft für Kleinaktionäre (SdK), vertreten durch Carsten Straub, beschuldigt das Unternehmen auf deren Hauptversammlung, dass die Bilanzierung intransparent sei.

2015

Wirecard tritt an Stelle der Commerzbank in den DAX

April 2019

Die BaFin setzt – wegen verspäteter Veröffentlichung eines Finanzberichts – gegen Wirecard ein Bußgeld in Höhe von 1,52 Millionen Euro fest.

September 2019

Wirecard platziert die erste Investment-Grade-Anleihe bei institutionellen Investoren. Die Anleihe ist zweifach überzeichnet. Wirecard erhält von der Ratingagentur Moody’s ein Rating von Baa3 (Emittenten- und Emissionsrating).

April 2020

KPMG legt die Ergebnisse seiner forensischen Untersuchung vor. Wirecard teilt in einer Pressemeldung mit, dass keine belastenden Belege für Bilanzmanipulationen gefunden wurden. Alle Prüfberichte für den Zeitraum 2016 bis 2018 hätten keinen Korrekturbedarf ergeben.

Februar und Mai 2020

Wirecard veröffentlicht einen Report mit den Daten der Geschäftsjahre 2013 und 2018. Der Geschäftsbericht 2020 soll am 18. Juni 2020 veröffentlicht werden. Ergebnis: Der Cashflow entwickelt sich parallel zum Umsatz: Wirecard ist ein finanziell solides Unternehmen.

18. Juni 2020

Der Vorstand von Wirecard gibt bekannt, dass die Abschlussprüfer von Ernst und Young (EY) für den Jahresabschluss 2019 aufgrund unberechtigter Bankbetätigungen die Prüfung nicht abschließen können. Laut EY besteht der Verdacht, dass dem Wirtschaftsprüfer von Treuhändern oder den beteiligten Banken falsche Salden in betrügerischer Absicht übermittelt worden seien. Es wird vermutet, dass Wirecard in einem Betrugsfall zum Geschädigten geworden sei.

22. Juni 2020

Wirecard teilt mit, dass Salden auf Treuhandkonten in Höhe von 1,9 Milliarden Euro höchstwahrscheinlich nicht existieren. Diese Summe war in der Bilanz als Aktivposten ausgewiesen worden.

BaFin-Chef Hufeld räumt Fehler bei der Aufsicht ein und weist aber darauf hin, dass die BaFin formal nur Durchgriffsrechte in die Wirecard-Bank und nicht den gesamten Wirecard-Konzern habe.

23. Juni 2020

Aufgrund einer Anzeige der BaFin wird der Geschäftsführer von Wirecard, Markus Braun, von der Staatsanwaltschaft München I verhaftet.

25. Juni 2020

Wirecard stellt Antrag auf Insolvenz.

Die BaFin setzt einen Sachverwalter für die Wirecard-Bank ein. Die Bank soll vom Mutterkonzern abgespalten und damit vom Insolvenzverfahren ausgenommen werden.

EY erklärt, dass es bei Wirecard klare Anzeichen für betrügerische Absprachen, Dokumentenfälschung und gezielte Täuschung der Öffentlichkeit gibt.

BaFin-Chef Hufeld räumt Fehler bei der Aufsicht ein und weist aber darauf hin, dass die BaFin formal nur Durchgriffsrechte in die Wirecard-Bank und nicht den gesamten Wirecard-Konzern habe.

26. Juni 2020

Die EU-Kommission beauftragt die ESMA bis Mitte Juli 2020 einen Bericht über die Finanzaufsicht im Falle von Wirecard vorzulegen.

28. Juni 2020

Gegen EY sind Klagen erhoben worden.

Sofortkontakt zu einem Fachanwalt für Bank- und Kapitalmarktrecht

Beitrag vom 15.07.2020

Handelsblatt vom 30.06.2020 über das von GÖDDECKE RECHTSANWÄLTE erstrittene Urteil gegen die Volksbank Emmerich Rees

Im Skandal um die Firma P&R wurde die Volksbank Emmerich-Rees verurteilt, Anleger zu entschädigen. Rund 210.000 Euro soll die Volksbank Emmerich-Rees an einen ihrer langjährigen Kunden zurückzahlen. Die Berater der Volksbank haben ihren Kunden beim Investment in P&R-Container größtenteils nicht ordnungsgemäß beraten, so das Landgericht Kleve im Mai 2020. „Die Beklagte hätte den Kläger über ein Totalverlustrisiko aufklären müssen“. Diese Begründung wird viele Anleger aufhorchen lassen, ist sie doch auf viele Verträge übertragbar. Im Moment beschäftigen sich in der Tat unzählige Gerichte mit Fragen der Beraterhaftung. Eine gefestigte Rechtsprechung ist allerdings noch nicht zu erkennen.

Einer Berufung sehe er gelassen entgegen, sagte Anlegeranwalt Hartmut Göddecke aus Siegburg, dessen Kanzlei das Urteil gegen die Volksbank erstritten hatte. „Die Aussichten für unsere Mandantschaft sind gut, weil das Landgericht Kleve das Urteil sehr solide begründet hat.“

Kapital-markt intern vom 19.06.2020: GÖDDECKE RECHTSANWÄLTE erkämpft Urteil gegen Volksbank Emmerich-Rees

Kapital-markt-intern berichtet über erfolgreiches Gerichtsverfahren der Siegburger Kanzlei GÖDDECKE RECHTSANWÄLTE bei Beratung für P&R-Container. Das Landgericht Kleve hat die Volksbank Emmerich-Rees e.G. zu Schadenersatz von über 200.000 Euro im Zusammenhang mit dem Vertrieb von P&R-Containerprogrammen verurteilt (noch nicht rechtskräftig).

Der Kläger – seit mehreren Jahrzehnten Kunde der Volksbank – legte sein Geldvermögen vorwiegend in verzinsliche Anlagen mit fester Laufzeit an. Nach Beratung durch die Bank hat diese für den Kunden auch in Schiffscontainer von P&R investiert.

Nach Ansicht des Landgerichts Kleve hatte die Volksbank dabei gegen „die aus den Beratungsverträgen bestehende Pflicht zur anleger- und objektgerechten Beratung“ verstoßen. Das Gericht verwies dazu u. a. auf fehlende Risikohinweise auf mögliche Gefahren im Zuge des verzögerten Erwerbsprozesses der Container hin. Das Gericht stellte außerdem fest, dass die Beklagte den Kläger über ein Totalverlustrisiko hätte aufklären müssen.

Darüber hinaus stellte das Gericht fest, dass die empfohlenen Anlagen in Schiffscontainer nicht anlegergerecht seien, da das Anlageziel der Klägerin unstreitig die Altersvorsorge war. Aus diesem Grund hätte der Kundenberater der Volksbank von der Anlage in Schiffcontainer abraten müssen. Die Klägerin hätte ausdrücklich darauf hingewiesen werden müssen, dass eine Anlage, bei der ein erhebliches Verlustrisiko besteht, nicht zur Altersvorsorge geeignet ist.

Dies erläutert Anwalt Marc Gericke von der Kanzlei GÖDDECKE RECHTSANWÄLTE wie folgt: Wer eine Kapitalanlage zur Vorsorge im Alter tätigen wollte, dem durfte eine Kapitalanlage in Container der P&R-Gruppe nicht empfohlen werden. Nach Ansicht des Gerichtes waren die Verlustrisiken bei dieser Kapitalanlage derart hoch, dass sie nicht mit dem Anlageziel ‚Altersvorsorge‘ vereinbar sind. Das Gericht hat diese Ansicht gut begründet. Schließlich ist nicht jede Anlageempfehlung zur Altersvorsorge fehlerhaft, nur weil ein theoretisches Totalverlustrisiko besteht. Das Gericht war daher aufgerufen, die von Anfang an gegebenen und erkennbaren Verlustrisiken zu analysieren und zu bewerten. Darüber hinaus hat die Bank – nach diesem Urteil – unsere Mandanten auch fehlerhaft bzw. beschönigend über die tatsächlichen Verlustrisiken aufgeklärt. Das LG Kleve bestätigte damit drei Aufklärungsfehler, von denen schon einer ausgereicht hätte, um die Bank zur Rückabwicklung der Verträge zu verurteilen.

P&R-Anlegern drohen Rückzahlungen: Insolvenzverwalter wollen Rückzahlungsverpflichtung gerichtlich prüfen lassen, Anleger könnten Absicherung verlieren

Etwa ein Jahr, nachdem für die vier deutschen P&R-Containerfirmen die Insolvenzanträge gestellt worden sind, werden die Anleger sehr unangenehme Post von den Insolvenzverwaltern in ihren Briefkästen finden.

  • Neue Forderungsanmeldungen
  • Forderungserlass und Verjährungsverzicht sollen Anfechtungsklagen absichern
  • Anleger könnten Rückgriff verlieren

Etwa ein Jahr, nachdem für die vier deutschen P&R-Containerfirmen die Insolvenzanträge gestellt worden sind, werden die Anleger sehr unangenehme Post von den Insolvenzverwaltern in ihren Briefkästen finden.

Einerseits möchten die Insolvenzverwalter mit den P&R – Anlegern einen Art Vereinbarung über die im Insolvenzverfahren anzuerkennenden Forderungen abschließen. Andererseits geht es um die bereits seit Langem im Raum stehende Frage einer möglichen Insolvenzanfechtung. Dies betrifft möglicherweise Zahlungen der letzten vier Jahre vor Eröffnung des Insolvenzverfahrens mit mehr als einer halben Milliarde Euro.

Neue Forderungsanmeldungen

Nachdem die Insolvenzverwalter im letzten Jahr vorausgefüllte Forderungsanmeldungen versandt haben, werden nun gänzlich neue Ansprüche kommuniziert. Deswegen werden den Anlegern Angebote vorlegt, in welcher Höhe sie ihre Forderungen neu und anders anmelden können. Das Ganze soll durch eine „Vereinbarung“ erfolgen. In dieser soll es zugleich eine Form der „Erledigung“ geben, die insbesondere die Ansprüche gegen die Schweizer P&R Equipment & Finance Corp. (E&F) betreffen soll.

Mögliche Anfechtungsklagen

Ausgangspunkt der Insolvenzanfechtung ist, dass Zahlungen von P&R-Unternehmen an die Anleger (u.U. auch die bereits vollständig ausbezahlten Investments) vom Insolvenzverwalter zurückgefordert werden müssen, wenn die Bedingungen dafür erfüllt sind. Ob die Voraussetzungen nach der Insolvenzordnung erfüllt sind, ist fraglich.

Die Insolvenzverwalter werden den Anlegern daher „anbieten“, die Frage der Anfechtbarkeit von erhaltenen Zahlungen im Rahmen von Musterverfahren zu klären. Hintergrund ist, dass anderenfalls tausende von Klagen mit ungewissem Ausgang geführt werden müssten. Daher sollen Anleger eine Vereinbarung schließen, wonach sie und auch die Insolvenzverwalter auf die Einrede der Verjährung für einen gewissen Zeitraum verzichten sollen.

Angebot soll Haftung der Schweizer P&R-Gesellschaft verhindern

Die Insolvenzverwalter verknüpfen hier jedoch Problemfelder, die grundsätzlich in keinem Zusammenhang zueinanderstehen.

„Die meisten P&R Kunden werden den Brief aus München als Hilfestellung und Entgegenkommen der Insolvenzverwalter aufgreifen. Dies ist aber nur die halbe Wahrheit. Das auf den ersten Blick gutaussehende Darstellung gibt den nur Anlegern etwas, worauf sie ohnehin einen Anspruch haben. Gleichzeitig sollen sie – quasi als Gegenleistung – den Erlass etwaiger Forderungen erklären“, so Anwalt Gericke. „Der Insolvenzverwalter hat immer wieder betont, dass es keine Forderungen gegen die Schweizer P&R Equipment & Finance Corp. gibt. Warum sollen die Anleger dieser dann also ausdrücklich entsprechende Forderungen erlassen? Unklar ist zudem, welche steuerlichen Auswirkungen das für Anleger hat.“

Was sich bei isolierter Betrachtung sinnvoll anhört, kann für Anleger zum Problem werden. „Die Erledigung von Ansprüchen gegen die P&R Equipment & Finance Corp, nimmt den Anlegern möglicherweise die Grundlagen für die Verteidigung bzw. einen Rückgriff, wenn sie sich gegen die Insolvenzverwalter verteidigen müssen. Sie verzichten auf eine Versicherung, von der unklar ist, ob sie benötigt wird, die sie aber auch nichts kostet“, so Rechtsanwalt Gericke.  

Nicht nur Verteidigung, auch auf Absicherung achten

Bei der nach Auffassung von Rechtsanwalt Gericke unausweichlichen, gerichtlichen Klärung von Anfechtungsansprüchen ist also darauf zu achten, dass Anleger sich nicht nur gegen den Anspruch zur Wehr setzen. Für den worst case sollte man sich auch nach Möglichkeiten zur Absicherung – quasi als Versicherung – umsehen. Die P&R Equipment & Finance Corp. könnte diese Versicherung für den Anleger sein. Daher sollte man diese Versicherung nicht von vornherein durch die Erklärung einer „Erledigung von Forderungen“ aufgeben.

Fazit: Verzicht auf Verjährungseinrede grundsätzlich ja, aber nur mit Sicherheit

„Wir halten nichts von unnötigen und kostenintensiven Prozessen mit ungewissem Ausgang. Daher begrüßen wir die von den Insolvenzverwaltern geschaffene Möglichkeit von Musterverfahren und eines Verjährungsverzichtes grundsätzlich. Letzterer muss aber auf Augenhöhe erfolgen und die Interessen der Anleger müssen gewahrt sein. Das sehen wir hier nicht“, so Rechtsanwalt Gericke.

Anleger der vier deutschen P&R-Gesellschaften müssen sich auf Rückforderungen gefasst machen.

Nach Ansicht von Anwalt Gericke könnten Zahlungen der P&R-Anlagegesellschaft in den letzten vier Jahren vor Eröffnung des Insolvenzverfahrens im März 2018 betroffen sein. Die Rückzahlungsansprüche könnten demnach mehr als eine halbe Milliarde Euro ausmachen.

FAZ vom 9. April 2019

Nach Ansicht von Anwalt Gericke könnten Zahlungen der P&R-Anlagegesellschaft in den letzten vier Jahren vor Eröffnung des Insolvenzverfahrens im März 2018 betroffen sein. Die Rückzahlungsansprüche könnten demnach mehr als eine halbe Milliarde Euro ausmachen.

Ein Sprecher des Insolvenzverwalters bestätigte, dass die gesetzliche Pflicht zur Prüfung von Rückzahlungsansprüchen bestehe. Davon könnten auch Anleger betroffen sein, die vor dem Insolvenzverfahren Endzahlungen erhalten haben.

Anwalt Gericke ist skeptisch, ob die Voraussetzungen für solche Rückforderungen (Fachbegriff: Insolvenzanfechtungen) nach der Insolvenzordnung erfüllt sind. Er geht davon aus, dass der Insolvenzverwalter den P&R-Anlegern in einem Schreiben anbieten wird, Rückforderungen in einem Musterverfahren klären zu lassen.

Zudem befürchtet Anwalt Gericke eine Verknüpfung des Schreibens mit einem weiteren Punkt, der aber keine Verbindung zur Insolvenzanfechtung habe. Die Betroffenen könnten zu einer Forderungsanmeldung aufgefordert werden und würden dann auf ihre Ansprüche gegenüber der Schweizer P&R-Gesellschaft verzichten.

Müssen betrogene Anleger jetzt noch draufzahlen?

Viele Privatleute sind auf die betrügerischen Machenschaften des Konzerns hereingefallen. Nun kommen auf die Anleger der vier deutschen P&R-Containergesellschaften wahrscheinlich Forderungen in dreistelliger Millionenhöhe zu.

FOCUS Online zitiert in der Ausgabe vom 10.04.2019 Rechtsanwalt Marc Gericke von der Kanzlei GÖDDECKE RECHTSANWÄLTE

Darüber berichtete die „FAZ“ am Dienstag und beruft sich dabei auf die Kanzlei GÖDDECKE RECHTSANWÄLTE und deren Gespräch mit einem Mitarbeiter des Insolvenzverwalters. Laut Einschätzung der Anwälte der Kanzlei GÖDDECKE RECHTSANWÄLTE könnten Zahlungen der P&R-Anlagegesellschaft an die Anleger der letzten vier Jahre vor der Eröffnung des Insolvenzverfahrens im März 2018 betroffen sein.

Die Ansprüche auf Rückforderungen können mehr als ein halbe Milliarde Euro betragen. Ein Sprecher des Insolvenzverwalters berichtet, dass eine gesetzliche Pflicht zur Prüfung von Rückzahlungsansprüchen bestehe. Möglicherweise könnten auch Investoren betroffen sein, die ihre Endauszahlungen bereits vor dem Insolvenzverfahren erhalten haben.

Anwalt Marc Gericke hält es allerdings für fragwürdig, ob die Voraussetzungen für solche Rückforderungen (Fachbegriff: Insolvenzanfechtungen) nach der Insolvenzordnung erfüllt sind. Er vermutet, dass der Insolvenzverwalter den P&R-Anlegern anbieten wird, die Rückforderungen im Rahmen von Musterverfahren zu klären. Andernfalls müsste der Insolvenzverwalter Tausende von Klagen mit unklarem Ausgang führen.

Zudem befürchtet Anwalt Gericke eine Verknüpfung des Schreibens mit einem weiteren Punkt, der aber keine Verbindung zur Insolvenzanfechtung habe. Die Betroffenen könnten zu einer Forderungsanmeldung aufgefordert werden und würden dann auf ihre Ansprüche gegenüber der Schweizer P&R-Gesellschaft verzichten.

P&R-Anleger könnten erneut zur Kasse gebeten werden

Rechtsanwalt Gericke von der Kanzlei GÖDDECKE RECHTSANWÄLTE im Anleger-Magazin FondsProfessionell: P&R-Anleger könnten erneut zur Kasse gebeten werden

Anleger müssen sich womöglich auf Rückforderungen des Insolvenzverwalters Michael Jaffé gefasst machen. Das berichtet die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ (FAZ) unter Berufung auf die Siegburger Kanzlei GÖDDECKE RECHTSANWÄLTE. Demnach haben diese in einem Gespräch mit Mitarbeitern des Insolvenzverwalters erfahren, dass Zahlungen der P&R-Anlagegesellschaft in den letzten vier Jahren vor Eröffnung des Insolvenzverfahrens im März 2018 betroffen sein könnten. Insgesamt gehe es um mehr als eine halbe Milliarde Euro. 

Ein Sprecher des Insolvenzverwalters bestätigte, dass eine gesetzliche Pflicht zur Prüfung von Rückzahlungsansprüchen (Fachbegriff: Insolvenzanfechtungen) bestehe. Davon können auch Investoren betroffen sein, die ihre letzte Auszahlung vor dem Insolvenzverfahren erhalten hatten. Die FAZ schreibt weiter, dass Marc Gericke, Anwalt bei der Kanzlei GÖDDECKE RECHTSANWÄLTE es aber für fraglich hält, ob die Voraussetzungen für solche Insolvenzanfechtungen erfüllt sind. Er geht davon aus, dass der Insolvenzverwalter in seinem Schreiben an P&R-Anleger anbieten werde, die Rückforderungen im Rahmen von Musterverfahren zu klären. Andernfalls müsste er Tausende von Klagen mit ungewissem Ausgang führen.

Gericke befürchtet auch, dass das Schreiben einen weiteren – mit der Insolvenzanfechtung nicht in Zusammenhang stehenden – Punkt, enthalten könnte. Anleger könnten somit zu einer Forderungsanmeldung aufgefordert werden und dann auf Ansprüche gegenüber der nicht insolventen Schweizer P&R-Gesellschaft – die für den An- und Verkauf sowie die Vermietung der Container zuständig ist – verzichten.


Die P&R-Anleger haben außerdem noch eine weitere offene „Flanke“. Offenbar haben Finanzämter sie aufgefordert, Nachweise über die Existenz ihrer Container und das Fortbestehen des Leasingvertrages vorzulegen. Die meisten Anleger verfügen bekanntermaßen über diese Nachweise nicht; viele Container existieren nur auf dem Papier. Steuerlich bedeute das: Ohne die Nachweise könnte der Fiskus auf den Gedanken kommen, die AfA-Abzüge der Vergangenheit für die „Phantom-Container“ rückwirkend zu versagen. Da die Anschaffungskosten immerhin mit zehn Prozent pro Jahr abgeschrieben werden konnten, steht bei rückwirkender Versagung unter Umständen eine erhebliche Summe auf dem Spiel.

GÖDDECKE RECHTSANWÄLTE schulen Unternehmer für Notfallplanung

In vielen Betrieben kommt es auf jeden Mitarbeiter an, wenn alles wie am Schnürchen laufen soll – allen voran: die Chefin oder der Chef. Auch wenn der Unternehmer ausfällt, soll es wie gewohnt erfolgreich weiter gehen. So kann ein Unfall – sei es beim Sport, beim Autofahren oder im Betrieb – dem gewohnten und gut eingespielten Ablauf schnell ein Ende bereiten. Ebenfalls kann eine ernsthafte Krankheit ein erhebliches Ausfallrisiko mit sich bringen.

Das muss aber nicht sein. Mit einer guten Notfallplanung kann alles weiter geregelt seinen bewährten Gang gehen. Wie der Erfolg auch bei dem Ausfall von entscheidenden Personen gesichert bleibt, erklärt Anwalt Hartmut Göddecke am Netzwerkabend am 20. März 2019 ab 18.00 im PODIUM49 in Bonn auf. „Notfallmappe“ lautet deshalb kurz, knapp und prägnant der Titel seines Vortrages.  Hier geht es um Praxistipps und Checklisten, die sofort einsatzbereit sind. Sie wollen sich zu diesem Netzwerkabend anmelden! Genauere Informationen und die Option zur verbindlichen Anmeldung finden Sie hier

Was muss in die Notfallmappe?

Wichtig sind Checklisten, an denen sich Mitarbeiter orientieren können. Es sollte auch klar sein, wo sich diese befinden und wer konkret für welche Aufgaben zuständig ist. Klare Stellvertreterregelungen und ausreichende Vollmachten schaffen konkrete Kompetenzen.

Ein Testament, das viele Unternehmer längst abgeschlossen haben, nutzt in solchen Situationen nichts; denn es geht ja nur um eine Übergangszeit, die ausgefüllt sein muss. So müssen Passwörter für den Systemzugang hinterlegt sein und eine Anleitung, wie Geschäftsvorfälle behandelt werden müssen. Selbstverständlich hilft eine Adressliste mit Kommunikationsdaten über die wichtigsten Geschäftspartner, damit im Ernstfall Externe sofort Bescheid wissen. Wer zu diesem Personenkreis gehört, ist von Betrieb zu Betrieb unterschiedlich: Bei dem Kleinbetrieb werden Steuerberater und Bank dazu gehören, in einem Großunternehmen sicherlich auch die oberste Managementebene und der Aufsichtsrat. Alle diese Punkte gehören nicht in ein Testament oder einen Erbvertrag.

Wer diese Daten an sicherer Stelle verwahrt, braucht sich keine Sorgen mehr zu machen. Ein solcher zu empfehlender Platz kann z. B. ein Partner, der Anwalt oder Steuerberater, der das Vertrauen genießt, sein.

Notfallmappe hilft Geld sparen

Eine Notfallmappe sichert nicht nur den Betrieb in idealer Weise, sondern hilft auch bei Gesprächen mit Banken. Denn mit der geschaffenen Sicherheit weiß ein Kreditgeber, dass es kein „Schlüsselpersonenrisiko“ gibt. In Ratings wird so eine Risikovorsorge, die keine Prämien verschlingt, ausgesprochen positiv bewertet. Kein Wunder, dass mit dem Sicherheitsnetz Notfallmappe die Kreditzinsen reduziert und damit Kosten gespart werden.

Die Sache mit der Privatinsolvenz des Heinz Roth….


Heinz Roth ist zahlungsunfähig

Der Insolvenzverwalter von drei der insgesamt vier deutschen P & R – Gesellschaften, Michael Jaffè, hat Insolvenzantrag gegen den P & R Firmengründer Heinz Roth gestellt.

Das Amtsgericht München hat dem Antrag entsprochen und das vorläufige Insolvenzverfahren (Az.: 1542 IN 3055/18) eröffnet. Zum Insolvenzverwalter wurde Herr Miguel Grosser ernannt. Auch er gehört der Münchner Insolvenzverwalter-Kanzlei Jaffè an.

Durch diese Maßnahme möchte das Insolvenzgericht offenbar sicherstellen, dass Herr Jaffè weiterhin die Kontrolle über die in der Schweiz ansässige P & R – Gesellschaft erhält. Schließlich gehören die Anteile an dieser Gesellschaft zum Vermögen des Herrn Heinz Roth.


Was bedeutet das für den Anleger?

Die Eröffnung des vorläufigen Insolvenzverfahrens über das Vermögen des Herrn Heinz Roth hat damit für die Anleger auch eine Kehrseite. Ein weiterer, potentieller Verantwortlicher des P & R – Desasters steht den Anleger für eine vollständige Kompensation des erlittenen Schadens nicht mehr zur Verfügung.

Nach Abschluss dieses Insolvenzverfahrens dürfte aber eine Zahlung zu erwarten sein, die nach unserer Einschätzung deutlich geringer als beim Insolvenzverfahren der P & R – Gesellschaften ausfällt.

Die Eröffnung des Insolvenzverfahrens bedeutet aber auch zeitgleich, dass Anleger persönliche Schadensersatzansprüche gegen Herrn Heinz Roth nicht mehr eigenständig einklagen können. Auch eine Vollstreckung bereits gerichtlich festgestellter Ansprüche ist nun nicht mehr möglich. Es ist jedoch ratsam, diese Ansprüche zur Insolvenztabelle anzumelden.

Nach derzeitigem Kenntnisstand kann damit erfolgsversprechend ein vollumfänglicher Ersatz des entstandenen Schadens nur noch durch Inanspruchnahme der Vermittler dieser Kapitalanlage erlangt werden.

Dementsprechend ist die Ernennung von Herrn Grosser als Insolvenzverwalter zunächst eine gute Nachricht für Anleger von P & R. Wie wir bereits im November 2018 berichtet haben, bestünde für den Fall des Kontrollverlustes die Gefahr, dass der Geldfluss aus der Schweiz ins Stocken geraten könnte.


Staatsanwaltschaft wird Anklage erheben

Nahezu zeitgleich hat auch die Staatsanwaltschaft München I Aktuelles zu Herrn Heinz Roth zu verkünden. Die Behörde berichtet, dass sie noch im ersten Quartal des Jahres 2019 Anklage u.a. gegen Herrn Roth erheben wird.

Dieser ist nicht nur Firmengründer. Er gilt gemeinhin als Kopf des Schneeballsystems P & R, welches für den Milliardenschaden bei den rund 54.000 Anleger verantwortlich ist.

Dieseldesaster Video von GÖDDECKE RECHTSANWÄLTE

Endlich ein Ende mit dem Diesel. Mit dem aktuellen Video erfahren vom Dieselskandal betroffene Autofahrer, wie sie aus dem Kredit entkommen und sich vom Dieselfahrzeug erfolgreich trennen können. Der Fehler, den die Autoindustrie an vielen Stellen gemacht hat, hat eine erfreuliche Seite. Die Details zeigt ein Video auf unserer Seite diesel.goeddecke.de .

Plastisch erklärt Rechtsanwältin Erika Ruhrig, wie die Strategie funktioniert und welche Vorteile Autofahrer dabei konkret für sich verbuchen können.

Autokäufer, die ihren Wagen finanziert haben, können sich von ihrem Problemwagen trennen. So kann der Wagen zurückgegeben werden und das Darlehen wird konsequent bei der Bank ausgebucht; bereits gezahlte Raten auf den Kredit erhält der Dieselfahrer zurückerstattet.

Schummeldiesel behalten ist keine Lösung

Wer kennt nicht die negativen Folgen eines Diesels: von Seiten der Gerichte drohende Fahrverbote, mögliche Umwege sowie Staus auf dem Weg zur Arbeit, Wertverluste beim Verkauf des Diesels, und dubiose Software-Updates sind nur einige der Plagen, die man sich durch eine Rückgabe des Wagens definitiv ersparen kann.

Auch in 2019 noch möglich

Viele Verbraucher haben die Möglichkeit genutzt, sich für die Musterfeststellungsklage in das Register einzutragen. Dieses ist eine gute Möglichkeit, möglicherweise von den großen Prozessen gegen VW, Audi und Co. zu profitieren. Aber leider muss neben dem Musterverfahren noch ein individuelles Gerichtsverfahren von jedem einzelnen später nachgeschoben werden – diese Prozesskombination aus zwei Verfahren kostet voraussichtlich viele Jahre Zeit. Wertvolle Zeit. Alle diejenigen, die das Musterverfahren nutzen, können auch zusätzlich den Weg über den Kreditwiderruf (= Widerrufsjoker) gehen. Im Ergebnis beide Chancen,  also alle Rechte gleichzeitig  nutzen. So spart man im Ergebnis unter Umständen viele Jahre Zeit.

Sie wollen einfach mehr wissen. Dann sehen Sie sich das Video an und informieren sich auf unserer Seite diesel.goeddecke.de oder rufen uns einfach an 0 22 41 / 17 33-0.