Was ist eine titulierte Forderung?

Unter einer titulierten Forderung versteht man landläufig regelmäßig, dass es z. B. ein Urteil bzw. gerichtlichen Vergleich oder eine notarielle Urkunde gibt, aus der vollstreckt werden kann. Daneben gibt es noch weitere Arten von titulierten Forderungen. Nach unseren Beobachtungen sind kaum – möglicherweise gar keine – titulierten Forderungen seitens MSF-Anleger vorhanden.

Was bedeutet: Die Forderung sollte für den Ausfall festgestellt sein?

Der Prüfvermerk „festgestellt für den Ausfall“ besagt, dass eine angemeldete Forderung vom Insolvenzverwalter prinzipiell anerkennt worden ist, Sie als Gläubiger der Forderung aber die Möglichkeit hätten, auf anderweitige Sicherungsrechte (z. B. Grundpfandrechte) zurückzugreifen. Diese Besicherung ermöglicht es dem Gläubiger seine Forderung dann durch eben dieses Scherungsrecht wertmäßig zu realisieren. Diese Situation liegt bei den Anlegern des MSF-Fonds grundsätzlich nicht vor.

Was passiert, wenn die Forderung eines MSF-Anlegers ganz oder teilweise bestritten wird?

Wird die Forderung ganz oder teilweise bestritten, so kann der Anleger Klage erheben, damit sein Anspruch durch das Gericht geprüft wird. Ob eine solche Klage wirtschaftlich sinnvoll ist, hängt von mehreren Faktoren ab; in erster Linie von der Höhe der Insolvenzquote.

 

Die Insolvenzquote beträgt bei dem MSF-Fonds voraussichtlich 7,5 %, was bedeutet, dass bei einer angemeldeten und nicht (vollständig) anerkannten (Teil-)Forderung von 10.000,00 Euro es im Ergebnis um 750,00 Euro geht. Ein derartiges Gerichtsverfahren kann sich durch mehrere Instanzen hinziehen. Das bedeutet einen entsprechenden Zeit- und Geldaufwand.

Ein Beispiel: Das Kostenrisiko bei einem derartigen Gerichtsverfahren über 750,00 Euro, das in Hamburg geführt werden müsste, wäre in der ersten Instanz mit ca. 770,00 Euro zu veranschlagen. In der zweiten Instanz (= Berufung beträgt das gesamte Kostenrisiko eines Prozesses durch beide Instanzen etwa 1.600,00 Euro). Das bedingt, dass ein Anwalt in Hamburg für Sie den Prozess führen müsste; nehmen Sie sich einen Anwalt, der seine Kanzlei nicht in Hamburg hat, müssten Sie mit weiteren Fahrtkosten rechnen. Alternativ könnten Sie persönlich in der ersten Instanz das Gerichtsverfahren auch selbst führen (da es rechtlich nicht erforderlich ist beim Amtsgericht einen eigenen Anwalt einzuschalten) und dadurch ca. einen Teil der Anwaltsgebühren sparen.

Was ist die Insolvenzmasse?

Die Insolvenzmasse ist – im Endergebnis – das Vermögen, das der Insolvenzverwalter im Rahmen der Verwertungshandlungen (Verkäufe, Einzug noch bestehender Forderungen, Gerichtsverfahren) seiner Tätigkeit erzielt hat. Letztlich ist die Insolvenzmasse – abzüglich der Kosten des Insolvenzverfahrens – dazu bestimmt, an die Inhaber der anerkannten Insolvenzforderungen quotal ausgezahlt zu werden.