Müssen betrogene Anleger jetzt noch draufzahlen?

Viele Privatleute sind auf die betrügerischen Machenschaften des Konzerns hereingefallen. Nun kommen auf die Anleger der vier deutschen P&R-Containergesellschaften wahrscheinlich Forderungen in dreistelliger Millionenhöhe zu.
focus online göddecke rechtsanwälte

FOCUS Online zitiert in der Ausgabe vom 10.04.2019 Rechtsanwalt Marc Gericke von der Kanzlei GÖDDECKE RECHTSANWÄLTE

Darüber berichtete die „FAZ“ am Dienstag und beruft sich dabei auf die Kanzlei GÖDDECKE RECHTSANWÄLTE und deren Gespräch mit einem Mitarbeiter des Insolvenzverwalters. Laut Einschätzung der Anwälte der Kanzlei GÖDDECKE RECHTSANWÄLTE könnten Zahlungen der P&R-Anlagegesellschaft an die Anleger der letzten vier Jahre vor der Eröffnung des Insolvenzverfahrens im März 2018 betroffen sein.

Die Ansprüche auf Rückforderungen können mehr als ein halbe Milliarde Euro betragen. Ein Sprecher des Insolvenzverwalters berichtet, dass eine gesetzliche Pflicht zur Prüfung von Rückzahlungsansprüchen bestehe. Möglicherweise könnten auch Investoren betroffen sein, die ihre Endauszahlungen bereits vor dem Insolvenzverfahren erhalten haben.

Anwalt Marc Gericke hält es allerdings für fragwürdig, ob die Voraussetzungen für solche Rückforderungen (Fachbegriff: Insolvenzanfechtungen) nach der Insolvenzordnung erfüllt sind. Er vermutet, dass der Insolvenzverwalter den P&R-Anlegern anbieten wird, die Rückforderungen im Rahmen von Musterverfahren zu klären. Andernfalls müsste der Insolvenzverwalter Tausende von Klagen mit unklarem Ausgang führen.

Zudem befürchtet Anwalt Gericke eine Verknüpfung des Schreibens mit einem weiteren Punkt, der aber keine Verbindung zur Insolvenzanfechtung habe. Die Betroffenen könnten zu einer Forderungsanmeldung aufgefordert werden und würden dann auf ihre Ansprüche gegenüber der Schweizer P&R-Gesellschaft verzichten.

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