WGF – Gläubigerversammlung stimmt Deal mit D&O Versicherer zu

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Die Versammlung der Gläubiger am 25. August 2020 stärkt Insolvenzverwalter Dr. Biner Bähr den Rücken. D & O Versicherer zahlt € 4,5 Mio. zur Insolvenzmasse. Wir erklären, wie sich das für die WGF-Anleihegläubiger auswirkt.

Im ehemals vermeintlich sicheren Investment durch Immobilien durchleben WGF-Gläubiger der Anleihen eine lange Durststrecke. Der jetzt vom Insolvenzverwalter Dr. Bähr ausgehandelte Beitrag von der D & O Versicherung bedeutet zumindest den Sprung aus der Massearmut. | E-Mail: info@rechtinfo.de - Telefon: 02241 1733 0

  • Deal mit D & O Versicherung bringt € 4,5 Mio. für Insolvenzmasse
  • Viele Verfahrensschritte noch zu bewältigen
  • Allenfalls niedrige Insolvenzquote zu erwarten
Inhalt

Gläubigerversammlung bestätigt Vereinbarung mit D & O Versicherung

Nicht alle Geschäfte, die ein Insolvenzverfahren betreffen, kann der Insolvenzverwalter alleine vornehmen und auch alleine durchsetzen. Konkret hat der Insolvenzverwalter Bähr mit der D & O Versicherung Verhandlungen geführt, um eine Zahlung in Höhe von insgesamt € 4,5 Millionen für die Insolvenzmasse zu erhalten. Im Gegenzug sollten fast alle Ansprüche gegen den ehemaligen Vorstand und andere Personen abgegolten sein.

So berichtete der Insolvenzverwalter in der Gläubigerversammlung ausführlich über das Zustandekommen des Vergleichsvorschlages, über den abzustimmen war. Die D & O Versicherung hatte insgesamt ein Deckungsvolumen von € 10 Millionen, von denen bereits durch andere Schadensfälle ein Teil aufgebraucht worden war.

Der Insolvenzverwalter stellte ebenfalls die Alternative vor, wenn die Gläubigerversammlung nicht dem intendierten Vergleichsvorschlag zustimmen würde. Die Folge wäre, dass eine Reihe von Prozessen jahrelang die Gerichte beschäftigen würden.

  • In der Folge müsste zunächst jeder Schädiger – das heißt Vorstand und Aufsichtsrat und weitere Personen – verklagt werden. Diese Prozesse könnten sich, wenn die verklagten Personen widerstandsfreudig wären, über viele Instanzen hinziehen.
  • Im weiteren Schritt wäre dann der Versicherer direkt nochmals zu verklagen. Auch hier bestünde die Gefahr, dass die Verfahren viele Jahre benötigen, bis eine endgültige Entscheidung vorliegen könnte. Ob die beiden Prozessserien schon innerhalb von fünf Jahren abgeschlossen wären, erschien zweifelhaft; es könnte sogar sein, dass sich dann Prozessserien ohne Weiteres bis zu zehn Jahre hinziehen könnten.

Vor diesem Hintergrund war es dann auch nicht überraschend, dass die Mehrheit der Gläubiger in der Gläubigerversammlung den Vergleich mit der D & O Versicherung befürworteten.

Im Ergebnis bedeutet das, dass für die ganze WGF-Gruppe ein Großteil der Unternehmen so viel Geld bekommen würden, dass die Insolvenzen der Tochtergesellschaft abgeschlossen werden könnten und daraus resultierende Überschüsse an die Konzern-Muttergesellschaft fließen würden.

Auswirkung für die Anleihegläubiger

Der so beschlossene Weg, zusätzliches Geld in die Kasse der insolventen Unternehmen zu bekommen, bedeutet, dass die Verfahren in kürzerer Zeit abgeschlossen werden können, als wenn man einen langen Rechtsweg beschreiten würde. Dieses ganz abgesehen von einer Reihe von Rechtsunsicherheiten, die man sich erspart hat.

Zur Höhe einer späteren Insolvenzquote erklärte der Insolvenzverwalter letztlich, dass man diese noch nicht bestimmen könne. Geht man allerdings davon aus, dass die Anleihegläubiger bereits Gelder erhalten haben aus den verwerteten Immobilien, könnte sich deren Verlust dadurch reduziert haben. Die Insolvenzquote für alle Gläubiger der WGF Muttergesellschaft wird sich voraussichtlich im einstelligen Prozentbereich bewegen.

Gläubigerversammlung D&O Versicherer! FAQ – Sie fragen – wir antworten

Was ist FAQ?

Wir beantworten Ihnen an dieser Stelle einige Fragen, die in der Praxis oft auftauchen. Kurz und knapp in übersichtlichen Portionen! Bleiben aus Ihrer Sicht darüber hinaus Punkte, die geklärt werden sollten offen, dann schreiben Sie uns per eMail oder rufen ganz einfach an.

Rechtsanwalt Hartmut Göddecke
Hartmut Göddecke
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FAQ

Was ist Massearmut?

 

Stellt ein Insolvenzverwalter zu Beginn oder während seiner Tätigkeit fest, dass die verfügbare Insolvenzmasse nicht ausreicht, die Kosten, die im Laufe des Insolvenzverfahrens entstehen, zu decken, liegt Massearmut vor.

Wenn sich diese Erkenntnis im Laufe des Verfahrens ergibt und Aussichten bestehen, dass in späterer Zukunft noch weitere finanzielle Mittel für die Insolvenzmasse eingezogen werden können, wird das Verfahren nicht sofort eingestellt. Die Massearmut muss der Insolvenzverwalter bei dem Insolvenzgericht anzeigen.

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Beitrag vom 28.08.2020

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